Sonderpädagogik

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Information für Erziehungsberechtigte zum sonderpädagogischen Förderbedarf

Sonderpädagogischer Förderbedarf - Was ist das?

Ein sonderpädagogischer Förderbedarf wird festgestellt, wenn bei einem Kind eine Behinderung gem. § 8 Schulpflichtgesetz vorliegt.

Behinderung gem. § 3 des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen ist die Auswirkung einer nicht nur vorübergehenden körperlichen, geistigen oder psychischen Funktionsbeeinträchtigung oder Beeinträchtigung der Sinnesfunktionen, die geeignet ist, die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu erschweren.

Beeinträchtigungen, die die Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs nach sich ziehen können sind beispielsweise:

• Beeinträchtigung von Sinnesfunktionen

• Beeinträchtigung von Sprechfunktionen

• Beeinträchtigung bewegungsbezogener Funktionen

• Beeinträchtigung des Lernens

• Kombinationen von Beeinträchtigungen

Der sonderpädagogische Förderbedarf ist nicht gleichzusetzen mit schulischen Problemen in einem oder mehreren Unterrichtsgegenständen, unzureichender Beherrschung der Unterrichtssprache oder schlechten Noten. Jede Schule ist verpflichtet, alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Förderung auszuschöpfen, bevor die Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs beantragt wird.

Wer beantragt die Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs?

Die Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs kann entweder durch die Erziehungsberechtigten, die Schulleitung oder in besonderen Fällen von Amts wegen beantragt werden. Im Sinne einer schulpartnerschaftlichen Zusammenarbeit ist auf Transparenz und größtmögliches Einvernehmen zu achten.

Wie wird ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt?

Sonderpädagogischer Förderbedarf wird durch die Schulbehörde festgestellt. Bei ihrer Entscheidung stützt sie sich insbesondere auf ein sonderpädagogisches Gutachten. Nach Einlangen des Antrages wird eine entsprechend befähigte Person damit beauftragt, ein solches zu erstellen. Die Ergebnisse dieses Gutachtens werden in den Beratungsgesprächen erklärt. Mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten kann ein schulpsychologisches Gutachten erstellt werden. Zusätzlich können die Erziehungsberechtigten eigene Gutachten im Verfahren beibringen.

Welche Schule kann eine Schülerin / ein Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen?

Die Erziehungsberechtigten entscheiden, ob

• die Schülerin/der Schüler den Unterricht an einer den sonderpädagogischen Förderbedarf erfüllenden Volksschule, Neuen Mittelschule, Polytechnischen Schule, AHS-Unterstufe oder Haushaltungsschule oder

• eine für sie/ihn geeignete Sonderschule besucht. 

Welche Unterstützungsmaßnahmen erhält die Schülerin der Schüler?

Die begleitenden Lehrpersonen erstellen eine individuelle Planung für jede Schülerin / jeden Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf – die darin vorgesehen Maßnahmen sind vielfältig und auf die Einzelsituation zugeschnitten. Gemäß den Vorgaben aus dem Bescheid des Landesschulrates orientieren sich diese an den dort festgelegten Lehrplänen. Nach Maßgabe der vorhandenen Möglichkeiten kann auch zusätzliches Personal eingesetzt werden. Über Art und Umfang des zusätzlichen Personaleinsatzes entscheidet die Schulbehörde.

Zusätzlich sind Lehrpersonen und Schulen, die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichten, durch Inklusions- und sonderpädagogische Zentren zu beraten. Erziehungsberechtigte können sich ebenfalls an das regional zuständige Zentrum wenden.

Wie wird die Schülerin / der Schüler beurteilt?

• Die Schülerin bzw. der Schüler wird in allen oder in den im Bescheid angeführten Unterrichtsgegenständen nach dem Lehrplan der entsprechenden Sonderschulart beurteilt.  

• Es wird ein Zeugnis der besuchten Schule ausgestellt. Im Zeugnis müssen der Lehrplan bzw. die Lehrpläne, nach dem das Kind unterrichtet wird, und die jeweilige Schulstufe vermerkt werden.

Wichtige Rechte der Erziehungsberechtigten im Feststellungsverfahren!

• Sie haben das Recht, zusätzliche Gutachten beizubringen, beispielsweise medizinische Befunde

oder Berichte über (schul-)psychologische Unter-suchungen, Stellungnahmen aus dem Bereich The-rapie, etc.

• Sie können die Schulart, die die Schülerin / der Schüler besuchen soll, wählen.

• Vor der Ausfertigung des Bescheides erhalten Sie eine schriftliche Einladung zu einem Beratungsg spräch, bei dem die Ergebnisse des Gutachtens und die weitere Vorgangsweise besprochen und beraten werden.

• Im Rahmen des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs haben Sie auch das Recht, eine mündliche Verhandlung zu verlangen.

• Sie haben das Recht auf Akteneinsicht.

• Sie können beantragen, dass der sonderpädagogische Förderbedarf neu überprüft und gegebenen-falls aufgehoben wird.

• Sie haben das Recht, gegen den Bescheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht zu er-heben.

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